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Grenzen auflösen: Kunst als multikultureller
Dialekt
Emilia Telese
Wenn Länder und Kontexte in gegenseitigem
Bemühen um einen Dialog, aufeinanderzugehen, dreht sich eine der ersten
Fragen, die sich ihnen stellt, um die Schaffung einer Sprache. Nachbargemeinschaften
auf der ganzen Welt schaffen natürlicherweise Dialekte, machen Hybride
aus ihren eigenen Sprachen, um ihren Willen zur Kommunikation auf verständnisvolle
Weise zu vermitteln. Der aus dem Griechischen abgeleitete Terminus Dialektik
bedeutet Suche nach Wahrheit durch Diskussion (1). In diesem Sinne kann
gemeinschaftliche Kunst als eine Art von Dialektik definiert werden, wenn
nämlich der Prozess der Wahrheitssuche eine andauernde, fruchtbare Diskussion
zwischen Künstlern verschiedener Kulturen schafft. Wenn das passiert wird
das ursprüngliche Konzept von Grenze, das Dialoge schliesst, eingebüßt,
zugunsten eines höher entwickelten Konzepts von Empathie, dessen Effekt
die Aufgabe von Angst vor dem Unbekannten ist, was eine Voraussetzung
für Frieden ist.
Der Entschluss, ein Projekt ins Leben zu
rufen, in dem sich Künstlergruppen aus so unterschiedlichen Orten wie
Berlin und Cumbria engagieren, ist in diesem Kontext von wesentlicher
Bedeutung. Networking internationaler Künstler bedeutet einen dialektischen
Schritt gegen kulturelle Schranken machen und fördert natürlicherweise
das Gedeihen von Zusammenarbeit zwischen den Gruppen als auch innerhalb
derselben. Dieser Prozess kann als eine Art von künstlerischem Werk selbst
angesehen werden, das Zerstörung von Grenzen erkennen lässt und ein Öffnen
hin zu tiefer, kultureller Änderung. Der aus Cumbria stammende Künstler
Paul Clark stellt folgendes fest: "Verbindungen schaffen ist genauso ein
Kunstwerk wie jedes einzelne, neu für die Ausstellungen geschaffene Werk.
Das gilt für die Verbindungen zwischen den zwei Gruppen aus den zwei verschiedenen
Ländern als auch für die Verbindungen innerhalb der britischen Künstler
gruppe. Die Ausstellungen sind das Vehikel für den künstlerischen Prozess
der Schaffung von Verbindungen, Zusammenarbeit und Networking.Letzten
Endes wird dies zur Summe aller Aktivität."
Die Künstlerin Emilia Telese hat ihren
Sitz in Grossbritannien.Neben ihrer Künstlertätigkeit ist sie Artists'
Network Koordinatorin für a-n The Artists' Information Company und NAN
(Networking Artists' Networks), eine Initiative, die die Aspiration von
Künstlern fördert und Künstlertätigkeit mit Hilfe von Dialog und Austausch
untereinander, weiterzuentwickeln versucht. Sie ist Regional Council Member
for Arts Council England, South East und hat sich spezialisiert auf dem
Gebiet der Beziehungen zwischen Kunst, Gesellschaft und Volkswirtschaft.
(1) T.F. Hoad, The Concise
Oxford Dictionary of English Etymolgy,1996
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