Berlin Artists

Karl Heinz Jeron
Buffy Klama
Karsten Krause
Ilona Ottenbreit
Mirko Tzotschew

 

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Karl Heinz Jeron
9-5 handelt von der Repräsentation immaterieller Arbeit in einem Büro. Es besteht aus einem autonom agierenden Vehikel, einer mehrschichtigen, in verschiedenen Farbschichten bemalten Platte und einem Netzwerkmonitor. Das Vehikel und der Netzwerkmonitor sind mit einer Funkschnittstelle ausgerüstet. Der Netzwerkmonitor sammelt Daten aus dem lokalen Netzwerk und schickt sie an das Vehikel. Die übermittelten Informationen werden für die Choreographie des Vehikels verwendet. Während sich das Vehikel bewegt kratzt es mit einem spitzen Metallstift auf der Oberfläche. Durch kontinuierliches Kratzen der Oberfläche erscheint eine farbige Zeichnung als Abbildung des lokalen Netzwerkverkehrs.

Die Daten fur diese Ausstellung wurden vom Netzwerk in Jerons Studio in Berlin eingeholt. Der Roboter steht zur Anmietung frei für eine 8-stündige Repräsentation in Ihrem Büro, zum Preis des örtlichen Mindestlohn.

http://khjeron.de


buffy klama (yk)
störfall / disruption buffy klama (yk), 2007/2008

fotoserie bestehend aus drei serien an drei orten in und um berlin serie

1: teufelsberg höchster trümmerberg berlins (ca. 115 m) im norden des berliner grunewalds serie

2: liepnitzsee natürlicher see ca. 25 km nordöstlich von berlin serie

3: home -mit perücke / mit perücke (red edition) / ohne perücke yk´s wohnung, berlin - prenzlauer berg, stadtteil im osten

bei diesen serien handelt es sich um digitale fotografien. yk fotografiert sich vorwiegend selbst, während sie die kamera in der hand hält und diese bewegt. manche fotografien zeigen auch eine männliche person. die meisten bilder sind selbstinszenierungen - yk ist gleichzeitig schauspielerin, regisseurin und kamerafrau. die inszenierung und das entstehen der bilder basieren eher auf improvisation als auf planung. kontrollverzicht und zufall nehmen einfluss auf die bilder, nichts soll dem bloßen bild im wege stehen. die meisten fotografien nimmt yk auf, ohne das motiv zu sehen; die farben der ausdrucke auf fotopapier (gedruckt auf einem 8 jahre alten tintenstrahldrucker) variieren in abhängigkeit vom zustand der tinte - jede auflage ist einzigartig. eine auswahl von etwa 50 ausdrucken auf fotopapier sowie 5 leinwanddrucke werden auf den drei geplanten gruppenausstellungen mit hub international zu sehen sein. für die hängung der arbeiten an den drei verschiedenen orten wird yk keinen exakten plan vorgeben. sie überlässt die anordnung jeweils einer bestimmten person vor ort.

http://buffyklama.blogspot.com


Karsten Krause
DURCHSCHNITTE - In vielschichtiger Manier kreiert Karsten Krause mit Wachskreide, Buntstift, Öl- und Aquarellfarbe kleine Geschichten an der Wand. Im Spiel mit Negativformen kontrastieren schablonenartige Objekte den Vordergrund. Die aus der Oberfläche herausgeschnittenen Figuren erhalten so eine dreidimensionale Perspektive. Wie diese leuchtend rote Gestalt, die durch das Bild zu fallen scheint. Möglicherweise erfasst das Auge des Betrachters erst auf den zweiten Blick, dass diese haltlos wirkende Gestalt sich nicht ganz im freien Fall befindet, weil sie mit dem Geschehen auf der Bildoberfläche eine sonderbare Interaktion eingeht.

Das Elementare an Karsten Krauses Arbeiten ist die Subversivität der im Bild wohnenden Formen und schemenhaften Gestalten, die gerade durch ihre verfremdete Darstellung das Potential für die eigene Vorstellungskraft wecken.

Karsten Krause (*1968 in Berlin) studierte Malerei an der UdK und erwarb seinen Meisterschüler bei Volker Stelzmann. Seit 1999 wurden seine Positionen in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie in öffentlichen Sammlungen präsentiert. 2003 gründete er die Künstlergruppe Schaltkreis Berlin, die sich im Juni dieses Jahres zur gleichnamigen Galerie in Berlin-Kreuzberg formierte.

www.schaltkreis-berlin.de



Ilona Ottenbreit
Für die Malerin und Bildhauerin offenbart sich ein Mensch am allermeisten durch seine körperliche Haltung und die Positionierung im Raum. Inspiriert von der Bühne - insbesondere von Tanz und Theater - beschäftigt sich Ilona Ottenbreit seit Jahren mit dem Erfassen von menschlicher Raumerfahrung. Die Künstlerin entwirft virtuelle dreidimensionale, oft wild verschachtelte oder spiegelnde Räume, in denen sie ihre bis auf wenige Striche abstrahierten und in hell-dunkel Schattierung gehaltenen Figuren platziert. Wie auf der Suche nach Orientierung, entwickeln die skizzierten Wesen ein sonderbares Eigenleben. Ob ihre Konturen hart gegen die geometrischen Flächen des Raums treffen oder weich in den architektonischen Linien einfließen; es scheint der Figur selbst überlassen, sich gegen den Raum zu wehren, oder mit ihm eins werden. Dabei verleiht Ottenbreit den charakterlosen, aber doch anmutig wirkenden Gestalten gerade durch die minimalistische Darstellung ihrer Körperlichkeit eine unheimliche Ausdruckskraft.

Ilona Ottenbreit (*1972 Erbach/Odenwald ) studierte Malerei und Bildhauerei an der UdK Berlin und erwarb, nach Stipendien in Italien und Frankreich, 2005 ihren Meisterschüler bei Harro Jacob. Seit 2001 wurden ihre Werke in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie in öffentlichen Sammlungen gezeigt. 2006 trat sie der Künstlergruppe Schaltkreis Berlin bei, die sich dieses Jahr zur gleichnamigen Galerie in Berlin-Kreuzberg formierte.
© Nadine Haegeli

www.schaltkreis-berlin.de
www.ilonaottenbreit.de


Mirko Tzotschew
Das Projekt t-Scape baut auf der Serie CityFragment auf. Beide Serie besch?igen sich mit Berlin und den Prozessen bzw. der Wahrnehmung dieser Stadt. In der Serie t-Scape werden ca. 700 Bilder eines Motivs aufgenommen, am Computer zerschnitten und dann zu einem einzigen Bild zusammengesetzt. Das resultierende Bild zeigt alle festen, nicht bewegbaren Objekte. Zus?lich zeigt es die Objekte und Personen, die sich w?end der gesamten Aufnahmedauer durch das Bild bewegt haben als d?? Striche. Durch die Zerlegung der einzelnen Bilder in d?? vertikale Striche entsteht so etwas wie ein Barcode der Zeit. Dieser Barcode zeigt auf abstrakte Art die Bewegung im Bild an.

Hintergrund: In der Serie CityFragment ging es um Wahrnehmung als Ganzes. Die Idee war, dass im Bildkreis unserer Wahrnehmung so viel passiert, dass wir unm??ch alles aufnehmen k??n. Es findet ein Selektionsprozess statt, den diese Bilder zeigen. Zus?lich zeigen die Bilder auch die Prozesshaftigkeit unsere Wahrnehmung. Sie zeigen, dass der Augenblick eigentlich auf einer Vielzahl von Wahrnehmungen, von Augen-Blicken beruht. (siehe Text zu CityFragment)

Ausgehend davon, geht es in der Serie t-Scape, um den Prozess des Stattfindens, um eine Abstraktion des Geschehenen. t-Scape soll zeigen, was wir nicht sehen k??n. Es fasst einen Zeitablauf in einem Bild zusammen, komprimiert das Geschehene in eine zeitgem?, abstrakte Form - den Barcode.

Es steht nicht mehr das Festhalten eines Zeitpunktes im Mittelpunkt, sondern vielmehr das Festhalten von vielen Zeitpunkten in einem Bild - und damit das zeigen eines Verlaufes oder Prozesses. Im Gegensatz zur Langzeitbelichtung, bleibt jedoch der Zeitpunktcharakter durch den Barcode erhalten.

Wenn man das Projekt noch etwas weiter denkt, kommt man bei einer spannenden These an: t-Scape gibt der Zeit eine Form!

www.schaltkreis-berlin.de